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Harriet Wolfs siebtes Buch der Wunder

Der Roman Harriet Wolfs siebtes Buch der Wunder ist im Juli 2018 als deutsche Erstveröffentlichung im btb Verlag erschienen. Die englische Originalausgabe erschien bereits 2015.

Für die 380 Seiten, war nach eigenen Angaben der Autorin Julianna Baggott eine Arbeitszeit von 18 Jahren nötig. Ein Buch, eine Geschichte, die sich entwickeln musste, die pausiert hat und dann wieder neu aufgegriffen wurde.

Doch um was geht es in dem Roman?


Ich muss zuerst eingestehen, dass ich eine völlig andere Geschichte erwartet habe.
Der Klappentext hat mich eher in die Richtung Cecilia Ahern geschickt und ich habe eine seichte Liebes- und Lebensgeschichte, beladen mit Emotionen und kleinen Geheimnissen erwartet.


Schnell wird klar, dass mir hier keine ganz leichte Sommerlektüre vorliegt, sondern eine komplexe Familiengeschichte über drei Generationen, die bis in das Jahr 1900 zurück reicht.
Die vier Hauptakteurinnen sind Harriet, ihre Tochter Eleanor und deren ungleiche Töchter Ruth und Tilton. Harriet ist Schriftstellerin und hat sechs zusammenhängende sehr erfolgreiche Romane veröffentlicht. Als Harriet stirbt, entfacht das Gerücht, dass es noch einen siebten und bisher unveröffentlichten Teil geben muss.

Die ganze Geschichte beginnt mit der Geburt Harriets. Bei ihrer Geburt wird vermutet, dass sie nicht gesund sei, und wenn überhaupt dann ein sehr schweres Leben vor sich habe. Somit beginnt ihr Leben nicht zu Hause bei ihrer Familie, sondern in der Maryland-Schule für schwachsinnige Kinder. Gleichzeitig entsteht eine Lebenslüge, die erst im Teenageralter von Harriet zur Wahrheit finden soll.

Abwechselnd erzählen die vier Frauen die Geschichte aus ihrer Sichtweise. Sehr gelungen passt Julianna Baggott ihre Erzähl- und Schreibweise an die unterschiedlichen Charaktere an. Durchlebte Traumata, gescheiterte Liebesbeziehungen, gestörte Mutter-Tochter-Verhältnisse, eingeredete und eingebildete psychische und physische Erkrankungen, Ängste, Liebe und Verzweiflung - all das formt Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei den Frauen. Viele Probleme ziehen sich durch die Generationen und wiederholen sich.

Ich finde schwer in die Geschichte und frage mich woran es liegt.

Ist es die durchmischte Erzählweise mit ständigem Perspektivenwechsel? Oder doch die teilweise leicht surreale Story, die sich für mich oftmals störend erweist?

Nach der letzten Seite frage ich mich: Und nun?

 

Ja ich bin eine Leserin, die nicht gerne mit offenen Fragen zurück gelassen wird. Fasziniert mich der Stil und die Geschichte sehr, dann akzeptiere ich es gerne, doch beides war hier für mich leider nicht der Fall - 3 von 5 buchkonfettipunkten!

Harriet Wolf siebtes Buch der Wunder  von Julianna Bagott // btb-Verlag // ISBN: 978-3-442-71672-2



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