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Ein ganzes Leben

Ein ganzes Leben von Robert Seethaler (erschienen 2016 im Goldmann Verlag) war „meine erster Seethaler“. Ständig hatte ich seine Bücher im Blick und doch war ich noch nicht dazu gekommen sie zu lesen. Nun frage ich mich: warum habe ich dieses Buch nicht früher zur Hand genommen?

Der Roman ist kurz - und das passt in diesem Fall total. Erst dachte ich mir „ein ganzes Leben“ auf nur 185 Seiten zu bringen - wie soll das gehen? Aber Seethaler schafft das.

Doch von wem handelt dieses Buch überhaupt? Es geht um Andreas Egger und beginnt zeitlich im Jahr 1902 - zu dem Zeitpunkt ist er 4 Jahre alt. Schauplatz ist ein Bergdorf in Österreich.

Seine Kindheit ist nicht gerade von Liebe erfüllt, er wächst als Waisenjunge auf und wird zum Hilfsarbeiter - er findet seine große Liebe und verliert sie wieder - er muss in den Krieg ziehen und kehrt wieder heim. Ein kleines Buch voller Höhen und Tiefen, Liebe und Schmerz, Krieg und Frieden.

Robert Seethaler thematisiert in diesem Kurzroman so viele Seiten des menschlichen Lebens und schafft es dennoch durch den Charakter Andreas Egger, alles so herrlich unaufgeregt erscheinen zu lassen.

Schnell sehe ich mich beim Lesen selbst in den idyllischen Berglandschaften Österreichs stehen, genieße das Panorama und spüre die angenehme Bergluft. Doch vor lauter Idylle bekomme ich trotzdem einen Einblick in das harte Leben in den Bergen zu Eggers Lebzeiten.
Ein wesentlicher Aspekt des Romans ist für mich das Thema Fortschritt. Seethaler macht deutlich, dass Fortschritt nicht nur Leben schenken kann, sondern auch sehr oft dafür sorgt, dass Leben beendet wird.

Von mir gibt es für Ein ganzes Leben von Robert Seethaler 4,5 von 5 buchkonfettipunkten und eine unbedingt Leseempfehlung dazu!

Ein ganzes Leben von Robert Seethaler // Goldmann Verlag  // ISBN: 978-3-442-48291-7



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